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Website-Relaunch im Sommerloch!? Teil 3 /Ende

(Sie haben es fast überstanden, denn jetzt folgt der 3. und letzte Teil. Übrigens: Wenn es bei Ihnen kein Sommerloch gibt, Glückwunsch! Wenn Sie eins brauchen, basteln sie sich doch einfach eins. Es ist ganz einfach (siehe Anleitung)).

4. Erst die Hose, dann die Schuhe. oder: Der Content einer Webseite ist wichtiger als jede Technik

Mal ganz ehrlich: Niemand, der seine Sinne beisammen hat, würde ein Buchtitel entwerfen, die Buchbindung basteln und den Index schreiben, bevor er das Buch selbst geschrieben hat, oder? Aber genau so arbeiten viele Unternehmen, wenn es um ihre Webseite geht: Erst wird die Architektur der Seite definiert, danach wird ein Texter aufgefordert, die leeren Seiten mit Inhalt zu füllen. Schade!

Aber warum ist das so? Ich denke das liegt daran, dass das Projekt Webseite häufig von den falschen Mitarbeitern gemanagt wird: den Web-Entwicklern. (Bitte keine Drohbriefe, Einlassungen oder Petitionen an den Autor senden: Ich mag Web-Entwickler sehr gern und finde, sie haben in jedem Fall eine wichtige Funktion.) Aber: Der Web-Entwickler hat eine rein technisch geprägte Sicht auf Ihre Webseite. Für ihn geht es ausschliesslich um Navigation und Code. Sie hingegen betrachten Ihre Webseite aus der ganz individuellen Business-Sicht, denn die Webseite soll Ihr Geschäft ankurbeln. So ist das!

Und wenn das so ist, dann kommt der Inhalt zuerst und nicht am Ende. Architektur, Struktur und Design der Webseite richten sich dann nach den Inhalten, die Ihr Geschäft ankurbeln und Interessenten zu Kunden machen sollen.

5. Die Webseite ist nicht über Sie!

Was die wenigsten verstehen, die eine Webseite ihr eigen nennen: Eine Webseite gehört zwar dem Unternehmen, dass sie betreibt, aber sie wurde nicht für die reine Selbstdarstellung entwickelt. Narzissmus ist hier völlig fehl am Platze. Ich erwähne das deshalb, weil die meisten Webauftritte das Internet mit endlosen Seiten «Über uns«, einzigartigen Philosophien, Mission Statements, Methodologien und Visionen überschwemmen. Und das alles nur, weil man sich der Illusion hingibt, sich z. B. durch eine wohlformulierte Unternehmensphilosophie vom Wettbewerb abzuheben.

Wer das wirklich glaubt, dem rate ich zu einem ganz simplen Test: Wählen Sie einen Schlüsselsatz Ihrer Unternehmensphilosophie und lassen Sie Google danach suchen. Schauen Sie auf das Suchergebnis und sagen Sie mir dann, wie einzigartig sie wirklich ist. Im Ernst: Kein Besucher Ihrer Webseite interessiert sich dafür.

Aber wofür interessieren sich Besucher dann? Einfache Antwort: Nur für sich selbst. Und für die eigenen Interessen, Bedürfnisse, Hoffnungen, Träume und Wünsche. Und dann wollen sie wenn möglich auch noch in einer Sprache angesprochen werden, die sie auch verstehen. Wenn Ihre Webseite nicht in der Lage ist, dies alles zu befriedigen oder zu erfüllen, dann können Sie sie auch dicht machen. Klingt hart, ist aber so.

Fazit: Wenn Unternehmen an die eigene Webseite denken, dann denken Sie in der Regel zuerst an Technik. Da will man auf dem neuesten Stand sein – und die allermeisten Seiten sind es auch. Viel wichtiger ist es jedoch, zu begreifen «wie«Menschen (potenzielle Kunden) das Internet heute nutzen, wie sie kommunizieren, wie sie einkaufen, wie sie lernen und wie sie Beziehungen aufbauen. Wie sieht ihr «Digital Footprint« aus – darum geht es.

Wenn man eine Webseite an das Verhalten seiner Zielgruppe im Internet anpasst, dann hat man eine große Chance, die eigene Webseite von einer reinen Webpräsenz zu einem Vertriebsinstrument zu machen, das funktioniert.

Für alles andere benutzen Sie bitte Ihre Visitenkarten.

Beste Grüße

Kai-Michael Schmuck

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